Stadtgalerie, Kiel

21. April 2012 bis 24. April 2012

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Kiel

Ein Grußwort von Wolfgang Zeigerer

Nach 2008 und 2010 findet in der Stadtgalerie Kiel nun bereits zum dritten Mal die Präsentation der Ausstellung zum „Premio“ der VAF-Stiftung statt. Wir sind stolz darauf, damit erneut mit dieser Stiftung zusammenarbeiten zu können, die es sich zum Ziel gesetzt hat, insbesondere die jüngere Kunst aus Italien in Deutschland bekannt zu machen Zählt man die Ausstellungen von 1997 mit Arbeiten von überwiegend in Norditalien ansässigen jungen Künstlerinnen und Künstlern, die wir zusammen mit der Kieler Muthesius Kunsthochschule erarbeitet hatten, hinzu, sowie auch die Ausstellung „Luce, Movimento & Programmazione“ des Jahres 2002, dann ist die Kunst aus Italien in der Häufigkeit ihrer Präsentationen für unser Haus fast schon zum Konkurrenten unseres langjährigen Programmschwerpunktes zur nordischen Kunst geworden. Wenn man die Besucher fragen würde, wodurch sich die Kunst aus Italien auszeichnet, dann erhielte man ganz sicher einen Verweis auf die spezifischen ästhetischen Merkmale, die geradezu untrennbar mit den Werken aus dem Mittelmeerland verbunden sind. Damit hätten die Besucher Recht, denn es ist von Mal zu Mal augenfällig, in welchem Maße für das norddeutsche Auge wohltuend sich die jeweiligen Arbeiten in unseren Ausstellungsräumen entfalten können. Malerei, Skulptur und auch die neueren Medien spiegeln dazu die enorme Vielfalt wider, die sich in den unterschiedlichen Regionen Italiens von Sizilien bis hin zur Provinz Bozen / Südtirol finden lässt. Der Bogen spannt sich dabei von Francesco Lauretta, dem sizilianischen Preisträger des Jahres 2008, der in seinen Gemälden das religiöse Leben seiner Heimat zum Thema machte, bis hin zu Hubert Kostner, dem aus Südtirol stammenden Preisträger von 2010, in dessen Werk die extensive touristische Nutzung der alpinen Gebirgslandschaft kritisch reflektiert wird. Es sind gerade die Arbeiten dieser jüngeren Künstlergeneration gewesen, in denen Themenstellungen aufgegriffen wurden, die in der italienischen Gesellschaft virulent sind. Hier ließe sich der Bogen weiterspannen zu den Künstlern aus den Anrainerstaasten der Ostsee im Norden, die in ebensolcher Vielfalt Bildinhalte formulieren, die trotz der Globalisierung ihre Basis in den jeweiligen Ländern haben, von Dänemark bis Russland.

Für die Gelegenheit, die Vielfalt Italiens in unserem im Norden Europas zeigen zu dürfen, danke ich ein weiteres Mal dem Stifter, Mäzen und Vorsitzenden des Kuratoriums der VAF-Stiftung, Herrn Volker W. Feierabend, der unserem Haus seit Jahren verbunden ist. Die von ihm begründete imponierende Sammlung italienischer Kunst des 20. und inzwischen auch 21. Jahrhunderts, die sich heute im Eigentum der von ihm eingerichteten VAF-Stiftung befindet, bildet die geistige und damit wissenschaftliche Folie für die Auswahl und Präsentation auch der jüngsten Kunst aus Italien.

Dem Kuratorium der VAF-Stiftung, aus dem sich auch die Jury rekrutiert, die über die Vergabe des „Premio Fondazione VAF“ entscheidet, danke ich für ihre Auswahl und für das erneute Vertrauen in unser Haus. Mein besonderer Dank geht an Herrn Klaus Wolbert, dem ehemaligen Direktor des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt. Er hat als Präsident der Stiftung und als Kurator das gesamte Projekt unermüdlich begleitet und stets den freundschaftlichen Kontakt zu uns gehalten. Ihm und der VAF-Stiftung sowie den Autoren der Textbeiträge im Katalog sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen, der sich auch auf die Herausgabe des opulenten Ausstellungskatalogs bezieht. Aus dem Blickwinkel einer öffentlichen Einrichtung im Bereich der Kunst und Kultur kann man die Großzügigkeit der Stiftung in heutigen Zeiten gar nicht hoch genug schätzen.

Schließlich, und das eigentlich an vorderster Stelle, danke ich allen an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Wir in Kiel freuen uns auf Italien!